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Spielfilm „Das Deckelbad“ - Katharina Walser's Weg in die Hölle und zurück

Das triste Leben von Katharina Walser, die als fröhlicher – vielleicht zu fröhlicher Mensch – in die Schweiz kommt um als Serviererin den Lebensunterhalt und die Ausbildung ihres ausserehelichen Kindes zu verdienen, dringt tief ins Bewusstsein ein. Zum einen weil ihre Geschichte ein Tabuthema ist, zum andern, weil die Zuschauer  bei diesem Film so nah dran sind, wenn offensichtliches Unrecht geschieht. Die Beklemmtheit ist spürbar.
Vieles was im „Deckelbad“ gesagt oder getan wird, schafft den Sprung in die heutige Zeit mit Frappanz. Deckelbäder gibt es heute zwar keine mehr, aber Menschen werden noch immer mit Druck und Gegendruck in ihrem freien Handeln beeinflusst oder mit Medikamenten „ruhiggestellt“.
„Das Deckelbad“ ist eine erdige, mit Land und Leuten und ihrem Leben verbundene Geschichte. Die oft rauen, unbeholfenen Dialoge sind sehr direkt, kommen sofort auf den Punkt. Es ist die Sprache der Menschen am Ort des Geschehens. Ohne die Tragödie zu verraten ist der Film in machen Momenten aber auch leicht, manchmal sogar poetisch und unverkrampft. Zeigt als krassen Gegensatz zum Kampf ums karge Überleben auch Träumereien, Freude und Ausgelassenheit. Er strahlt aus, wenn die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit offensichtlich wird, oder wenn er mit kleinen Gesten grosse Emotionen weckt.

Ab 2015 im Kino.

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